The Girl Next Door – Komödie mit Elisha Cuthbert

Teenager (Emile Hirsch) verliebt sich in sexy Pornodarstellerin

25.12.2009 Rainer Innreiter

Der Stoff, aus dem Teenie-Träume sind: Streber trifft Pornostar (Elisha Cuthbert, "24") und erobert ihr Herz! Witzige Komödie Luke Greenfields mit superbem Soundtrack.

Elisha Cuthbert, Star aus der TV-Serie „24“ oder Filmen wie „House Of Wax“, spielt eine Pornodarstellerin, in die sich ein Schulstreber verliebt. Was nach einer seichten Teenie-Komödie mit schlüpfrigen Witzen klingt, überrascht jedoch mit Charme, flüssiger Inszenierung und einem hervorragenden Soundtrack. Regisseur Luke Greenfield machte mit „The Girl Next Door“ nicht alles, aber das meiste richtig.

Neunzehn Jahr, blondes Haar, Pornostar!

High-School-Schüler Matthew Kidman (Emile Hirsch, „Milk“) verfügt zwar über ein enorm kluges Köpfchen, doch dies beeindruckt seine Altergenossen, vor allem die weiblichen, wenig. Lediglich seine beiden verschrobenen Freunde Eli (Chris Marquette) und Klitz (Paul Dano) hängen gerne mit ihm ab und retten ihn vor dem Schicksal, als Sonderling zu gelten. Die Aufnahme am College soll eine glänzende berufliche Karriere ermöglichen.

Doch dann geschieht etwas, womit Matthew nie gerechnet hätte: Ausgerechnet in die spießige Nachbarschaft zieht die junge, bildschöne Danielle (Elisha Cuthbert) ein! Der in Herzensangelegenheiten völlig ahnungslose Matthew ist sofort Feuer und Flamme für die kesse Blondine. Und sie scheint sogar gleichfalls Gefallen an ihm zu finden! Was Matthew zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnt: Danielle verdient ihre Brötchen als Pornostar und hat sich Schwierigkeiten eingehandelt. Denn der skrupellose Pornofilmproduzent Kelly (Timothy Olyphant) möchte sie mit allen Mitteln davon abhalten, aus dem ihr verhassten Geschäft auszusteigen. Matthew stehen jede Menge Schwierigkeiten ins Haus …

Harmlose Unterhaltung dominiert in „The Girl Next Door“

In den USA sorgte „The Girl Next Door“ auf Grund des angeblich unmoralischen Plots für einigen Wirbel. Bei unaufgeregter Betrachtung stellt der Zuschauer jedoch rasch fest, dass die Empörung in manchen Kreisen nicht nachvollziehbar ist. Anstatt in einem „anständigen“ Beruf arbeitet Danielle zwar als Pornodarstellerin. Aber weshalb sollte eine solche Frau nicht grundsätzlich jenen Respekt oder jene Liebe verdienen, die anderen zuteil wird? Zumal die hübsche Blondine ein großes Herz besitzt und am Außenseiter Matthew ehrliches Interesse aufweist.

Im Übrigen inszeniert Luke Greenfield den Streifen völlig schmuddelfrei: Entgegen der Befürchtungen (oder Erwartungen?) erweist sich „The Girl Next Door“ als denkbar harmlose Unterhaltung.

Prächtig besetzte Elisha Cuthbert glänzt im Film von Luke Greenfield

Überraschend gelungen sind neben der sauberen Regiearbeit von Luke Greenfield die Schauspielleistungen: Emile Hirsch überzeugt als hyperintelligenter, dennoch unsicherer Teenager kurz vor dem Erwachsenwerden. Die vor allem aus der schweißtreibenden Actionserie „24“ (mit Kiefer Sutherland) bekannte Elisha Cuthbert ist nicht nur ein Blickfang wie aus einem Teenie-Traum, sondern spielt auch ihre Rolle mit der nötigen Vehemenz. Dabei widersteht sie der nahe liegenden Versuchung, die Pornodarstellerin als naiven Vamp ohne jegliches Profil zu charakterisieren. Ganz im Gegenteil präsentiert sie Danielle von einer äußerst sympathischen Seite.

Die meisten Lacher verbuchen Matthews anarchische Freunde, dargestellt von Chris Marquette und Paul Dano. Überragend agiert der routinierte Timothy Olyphant („Stirb langsam 4.0“) als Pornoproduzent Kelly: Obwohl er formell den Bösewicht verkörpert, weiß er doch das Publikum zu fesseln und gelegentlich sogar auf seine Seite zu ziehen.

Soundtrack zu „The Girl Next Door“ vom Feinsten

Einen echten Glanzpunkt setzt der hervorragend zusammengestellte Soundtrack: Von „Queen“ über „Echo & The Bunnymen“, den Techno-Ikonen „2 Unlimited“ bis hin zu Muddy Waters erstreckt sich der musikalische Horizont des Soundtracks zu „The Girl Next Door“. Die einzelnen Stücke wurden sichtlich mit Bedacht ausgewählt und bieten einen tollen Querschnitt durch die Jahrzehnte.

In einer Liga mit „American Pie“

Meist wird „The Girl Next Door“ mit der fünf Jahre zuvor von Paul Weitz inszenierten Kinohit „American Pie“ verglichen. Zu Recht, denn die sympathische Teenie-Komödie kann mit dem großen Vorbild durchaus mithalten. Einige sehr moralinsaure Dialoge oder ein paar missglückte Gags trüben den positiven Gesamteindruck nur unwesentlich.

Fazit: Wer „American Pie“ liebte, kann mit „The Girl Next Door“ kaum etwas falsch machen. Flüssige Regie, sympathische Darsteller, viele Gags und ein Schuss Romantik lassen den berühmteren Apfelkuchen rasch vergessen!

Originaltitel: „The Girl Next Door“

Regie: Luke Greenfield

Produktionsland und -jahr: USA, 2004

Filmlänge: ca. 110 Minuten

Verleih: Fox

Deutscher Filmstart: 18.11.2004

DVD-Veröffentlichung: 10.3.2005

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